Skandale im Fußball

Als Schiedsrichter hat man wirklich keinen leichten Job im Fußball. Egal wie man entscheidet, so wird es doch immer jemanden geben, der etwas zu meckern hat. Seit einigen Jahren gibt es daher nun nicht nur den Hauptschiedsrichter und die Linienrichter, sondern auch noch einen vierten Mann. Dennoch ist dieses Aufgebot noch lange nicht genug, denn noch immer werden Fehlentscheidungen getroffen. Der Weltfußballverband FIFA lehnt auch weiterhin alle technischen Hilfsmittel ab, wie beispielweise die Überprüfung der Aufzeichnung bei einer strittigen Entscheidung. Laut der FIFA würde das dem Spiel den menschlichen Faktor rauben und dem Schiedsrichter die Autorität entziehen. Aber Schiedsrichter sind auch nur Menschen und so können diese nicht alles sehen. Die folgenden Fälle zeigen dabei eindrucksvoll, was alles in einem Fußballspiel so daneben gehen kann.

Diego Maradonna, WM Viertelfinale 1986 England-Argentinien

Die berühmte Hand Gottes ist wohl jedem Fußballfan ein Begriff, auch wenn er die WM 1986 selbst nicht sehen konnte. So war Argentinien nach 1978 drauf und dran der zweiten WM Krone näher zu kommen und der junge Spielmacher Diego Maradonna hatte daran entscheidenden Anteil. Als es ein hoher Ball in den Strafraum der Engländer schaffte, sprang Maradonna zusammen mit dem Torhüter hoch. Da er den Ball jedoch nicht erreichen konnte nahm er einfach die Hand zur Hilfe und der Ball flog ins Tor. Maradonna jubelte und die Engländer konnten es nicht fassen. Der Schiedsrichter wies jedoch zum Mittelpunkt und gab das Tor. Erst viele Jahre später gestand Maradonna bei einem Interview mit dem damaligen Spielmacher Gary Lineker ein, dass er natürlich die Hand genommen hatte. Er selbst war damals nur selbst so überrascht, dass die Schiedsrichter das Tor gegeben hat.

Thierry Henry, WM Relegation 2009 Frankreich-Irland

Ein weiteres Tor, welches mit der Hand erzielt wurde und auch gravierende Folgen hatte. Das Hinspiel in Dublin entschieden die Franzosen mit 1:0 für sich und waren im Vorteil, doch in Frankreich führten die tapferen Iren über einen langen Zeitraum mit 1:0. Bis in die Verlängerung ging der Kampf und sehr viele Fans erwarteten schon ein Elfmeterschießen. Doch was folgte, war ein weiterer Skandal für den Fußball. In einen Zweikampf im Strafraum der Iren verwickelt, „passte“ Henry den Ball einfach direkt in die Mitte, wo sein Mitspieler Gallas den Ball zum 1:1 ins Netz beförderte. Die Iren protestierten vehement, aber der Schiedsrichter hatte auch hier nichts gesehen und das Tor wurde gegeben. Am Ende fuhr Frankreich zur WM 2010 und nicht Irland.

FC Barcelona – FC Chelsea, Champions League 2009 Halbfinale

Es gibt sicher so viele Beispiele für seltsame Entscheidungen doch dieses Spiel zeigt wie undankbar der Job des Schiedsrichters sein kann. Das Hinspiel war ein 0:0 und nachdem Chelsea früh in Führung ging dachte jeder an der Stanford Bridge, dass die Englänger es auch in das Finale schaffen würde. Es folgten die furchtbarsten 90 Minuten für jeden Fußballfan. Insgesamt viermal wurden Chelsea Spieler offensichtlich im gegnerischen Strafraum gefault und viermal gab es keinen Elfmeter. Doch das wirklich schlimme war die Art der Entscheidungen des schwedischen Schiedsrichters. So pfiff er einen der Angriffe gegen einen Spieler von Chelsea klar im gegnerischen Strafraum, doch gab einen Freistoß außerhalb des 16 Meter Raumes. Die schiere Anzahl an klaren Entscheidungen heizte die Debatte um Videotechnik und die Rolle der Schiedsrichter ein weiteres Mal an. Am Ende erzielte Barcelona in der Nachspielzeit tatsächlich noch den 1:1 Ausgleich und Dank des Auswärtstors fuhren die Spanier ins Endspiel.